Möchtegern-Feldwebel auf Crashkurs mit der Realität

– dieser Text steht hier leider kurzzeitig nicht zur Verfügung –

Liebe Leser,

offensichtlich war mein fiktiver Charakter heute nicht der Einzige, der sich auf Crashkurs mit der Realität befand. Denn, glaubt es oder nicht, über ein paar Ecken habe ich erfahren, dass es tatsächlich jemanden gibt, der sich in diesem Text wiedererkannt haben will: einen gewissen „Meister Ramin“, oder zumindest nennt er sich bei Facebook so. Abgesehen von den üblichen „rechtlichen Schritten“ (so nennen Nicht-Juristen das, wenn sie einem mit irgendwas drohen wollen, von dem sie sich selbst nicht so sicher sind, was es ist), wollte er sich auch an seine Uni und an den Arbeitgeber eines Freundes wenden – warum? Keine Ahnung, was die damit zu tun haben sollen, aber vielleicht wollte er mich ja auch nötigen (= strafrechtlich relevantes Verhalten, ganz dünnes Eis, „Meister“). Aua. Vielleicht schreibe ich Stephen King auch mal eine Beschwerde, weil Pennywise der Clown eklatante Ähnlichkeiten mit mir aufweist. Nee, tu ich lieber nicht. Wieso? Weil es MIR peinlich wäre, mich in gewissen Charakteren wieder zu finden. Das wollte ich nicht auch noch an die große Glocke hängen. Nun gut, entgegen landläufiger Thesen haben Quengel auch Herzen, deshalb werde ich den Text überarbeiten, damit sich keiner mehr auf den Schlips getreten fühlt. Aber nicht, dass jetzt ständig hier wer ankommt: „hey, die Uglyteeth erinnert mich an meine Oma“, „ich habe von letzter Nacht ein übelstes Blackout, kann es sein, dass wir uns getroffen haben und du dann über mich geschrieben hast? Ich war nämlich auch mal in einem Fastfood-Restaurant…“ Vielleicht sollte ich Tagebuch schreiben statt Blog; ich meine, ich kann mir noch so krasse Sachen ausdenken, immer kommt in der Realität einer daher und toppt meine Fantasie.
Hier nochmal zum Nachlesen:
http://www.erzquengel.de/?page_id=2
Das hier, liebe Leute, ist Fiktion. Ich bin ein Kurzgeschichtenschreiber. Kunst mag die Realität imitieren, ist aber trotzdem nicht mit ihr gleichzusetzen.
Wer im Übrigen Lust hat auf eine Debatte über die Kunstfreiheit (die ich mir hier aus reiner Herzensgüte nehmen lasse), der möge mir einfach schreiben. Ist nämlich ein interessantes Thema.
Text also in Kürze in überarbeiteter Fassung hier. Ich glaube, ich schreibe ihn einfach über ein Alien oder über kleine gelbe Kaugummi-Wesen, die im Erdkern leben, weil sie durch die dort vorherrschende Temperatur von konstant 35°C optimal alles vollkleben können. Glaubt ihr nicht? Ist aber wirklich so. Oh Mann.

Live long and prosper, my dear fellows.

Euer Quengel

Aggregatzustand: dumm

Das Beste am Studieren ist, dass man immer kluge Menschen um sich herum hat und sich nicht mehr täglich mit Idioten rumschlagen muss. Not. Absolutely not.
Einen der zahlreichen Beweise zur Untermauerung meiner These, dass Studenten oft noch viiiiel blöder sind als der Rest der Welt, bietet mein momentanes Seminar zur Online-Kommunikation. Ein sehr interessantes Thema, btw. Ich kann dieses „Facebook“ nur weiterempfehlen. Und wir alle sollten mehr Blogs lesen, „erzquengel.de“, um nur ein Beispiel zu nennen, da kann man nämlich übelst was lernen. Höhö.
Etwas lernen kann man auch, wenn man den Durchschnittsstudenten in seinem Arbeitshabitat einer eingehenden Untersuchung unterzieht.
Diese zumeist faule und von praktischer Erfahrung weitestgehend verschonte Untergattung der Spezies Mensch ist normalerweise ab 8:00 Uhr morgens in ihrem Arbeitsumfeld, der Uni, körperlich, ab 14:00 Uhr dann auch geistig, anzutreffen. Verhältnismäßig oft tritt der Student in Begleitung eines Kaffees oder einer Zigarette auf. Der desinteressierte, teils auch gestresste Blick lässt uns daran teilhaben, ob sich das Exemplar gerade vor oder in der Prüfungsphase befindet. Dies alles ist aber gar nicht so schlimm, verglichen mit dem, was man zu hören kriegt, wenn er seinen Mund öffnet. Außerhalb eines Seminars können das Genialitäten sein wie „‚Arbeit macht frei‘ ist ja nun kein Nazispruch, das stimmt ja schon…“ (woher sie das wissen? Keine Ahnung, der wirkte jetzt nicht, als hätte er eine Vorstellung von „Arbeit“) oder „Ich werde jedenfalls nie in meinem Leben putzen. Wenn ich zu Hause ausgezogen bin, nehme ich mir eine Putzfrau. Weil ich auf Putzen einfach überhaupt keine Lust habe.“ Und diese, in der Freizeit geäußerten, Aussagen sind noch erträglich im Vergleich zu dem, was dann teilweise im Seminar erfolgt, wenn 18jährige, die ihre Wäsche allwöchentlich zu Mami fahren, damit die sie wäscht, wenn sie denn überhaupt schon bei Mami ausgezogen sind, sich über den Sinn des Lebens auslassen. Wundervoll die kleine Blonde, die auf die Frage, wie viele echte Freunde sie denn hätte, mit „ach, so 20 bis 30“ antwortet, ebenso aber auch der 40jährige Spaßabstinenzler, der auf jüngeren Studenten herumhackt, weil sie ja alle noch „so kindisch“ wären, und dann in der Vorlesung aufsteht und geht, weil er „zu dem Thema mal Referat gehalten hat, da kann DER mir jetzt auch nichts Neues mehr zu erzählen“ (DER hier dann übrigens einer der deutschlandweit führenden Experten zu besagtem Thema und dann, davon mal ganz abgesehen, halt auch einfach ein Prof ist und kein Drittsemester). Man sieht – es gibt hier genug Klischees, die wir bedienen können, allerdings eben auch große Gegensätze. Dazu gerne weiter, aber an anderer Stelle, hier möchte ich nämlich gerne das Pferdeface aus Online-Kommunikation vorstellen.
Das Mädel hat, wie die Klugen unter euch sich vielleicht schon gedacht haben, ein übelstes Pferdeface, wahrscheinlich aber nicht so viel Gehirn wie in ihren langen Kopf passen könnte.
Irgendwie hat sie ein bisschen was gegen mich und die paar Leute, die mit mir zusammen den Kurs meist allein bestreiten, weil sonst sich keiner beteiligt. Deshalb reagiert sie dann gerne mal biestig, wenn einer von uns was sagt. Meinen Favoriten gibt es hier:
Thema: Wortneuschöpfungen in und durch Werbung
Ich, um zu konkretisieren, wovon wir jetzt gerade reden:
„Man muss allerdings klarstellen, dass wir hier von WORTneuschöpfungen reden, das heißt: keine Morphemneuschöpfungen, sondern Neukombinationen von Morphemen. Es wird hier
eigentlich keine Sprache wirklich neu erfunden, sondern die bestehende neu zusammengefügt. Morphemneuschöpfungen gibt es eigentlich schon lange nicht mehr in der Hochsprache, die letzte, von der man ausgehen kann, ist „Gas“ – von Demjenigen, der den gasförmigen Zustand entdeckt hat – und selbst da ist man sich nicht sicher, ob das nicht eigentlich von griechisch „Chaos“ abgeleitet ist.” Die letztere Information habe ich übrigens an DIESER Uni in einem Einführungsseminar zu genau diesem Proseminar gelernt. Von der Leiterin des Fachbereichs.
Das interessiert das Pferdeface aber nicht, das offenbar auf Teufel komm raus versucht, mir in allem zu widersprechen, was ich sage.
“Häää?”, wirft sie also ganz schlau ein, “Warum heißt “Eis” dann auf französisch ganz anders als im Deutschen?”
Wie bitte, oder, mit ihren Worten: “Selber hääää?” Ich sehe absolut nicht, worauf sie hinaus will.
“Ja dann kann das doch nicht stimmen, das “Gas” aus dem Griechischen kommt”, fährt sie fort.
“Ich wüsste jetzt nicht, was dem widerspricht? Was hat denn “Eis” mit “Gas” zu tun? Ich sehe da weder inhaltlich noch sprachwissenschaftlich eine Gemeinsamkeit.”
“Ja, wenn der den gasförmigen Zustand gefunden hat, muss der ja auch den festen gefunden haben.”
“Eins vorweg: ‘Eis’ ist kein Aggregatzustand. Außerdem glaubst du doch nicht, dass der feste Aggregatzustand gleichzeitig mit dem gasförmigen entdeckt wurde, oder? Feste Dinge haben wir hier überall um uns, das dürfte den Menschen schon ein paar Jahrhunderte früher aufgefallen sein, dass es das gibt… Genau wie flüssig übrigens – was auch nicht ‘Wasser’ heißt, btw…”
“Aber im Französischen heißt das ganz anders, warum?”
“Das kann ich dir auch nicht sagen, wir sind hier in Germanistik und nicht in Romanistik. Aber wenn ein deutscher Wissenschaftler etwas (er-)findet und einen Begriff dafür prägt, dann hat er doch trotzdem keinen Einfluss darauf, wie dieses Ding dann in anderen Sprachen genannt wird – was übrigens SPÄTER stattfindet. Und wenn er sich bei der Begriffsprägung am Altgriechischen orientiert, dann klingt das nunmal altgriechisch und nicht französisch. Klar soweit?”
Sie ist total überfordert, pampt mich aber tatsächlich noch an, dass das alles ja nun keine Antwort wäre. Inzwischen ist der Rest des Kurses schon dabei, sich gegenseitig wissend anzugrinsen und einige besitzen sogar die Frechheit, das Pferd ein bisschen auszulachen. Höhöhö. Also so eine Diskussion habe ich auch schon lange nicht mehr geführt…
Schön übrigens auch, wie sie mich während eines Referats, bei dem sprachliche Phänomene am Beispiel der Reaktionen auf Conchita Wursts Sieg beim ESC untersucht werden, anmotzt. Eine Kommilitonin hatte gefragt, ob Conchita nun als Frau oder als Mann gelten wolle. Ich hatte geantwortet, Conchita selbst sei eine Bühnenpersönlichkeit, also Travestie, nicht Transgender, was bedeute, dass der Sänger sich auf der Bühne als Frau gäbe, im sonstigen Leben aber ein schwuler Mann sei. Conchita als Kunstcharakter sei aber eine Frau. Bisschen kompliziert, klar, aber eigentlich sollte man mal was von Travestie gehört haben. Pferdeface hat’s natürlich nicht und fährt mich an: “Also weißt du es nicht!” Aha, ok, naja. Gut. *lach* Da fällt einem dann auch nichts mehr ein.
Ein paar Freunde und ich haben uns zusammengereimt, dass die Gedankenverarbeitung im Pferdekopf einfach anders abläuft als im Menschenkopf. Während bei uns die Gedanken von der
Kugelform um sie herum gebrochen werden, die Richtung wechseln, sich untereinander austauschen, fallen sie im Pferdekopf einfach nach unten, also Richtung Schnauze, und werden direkt nach ihrer Entstehung an die Umwelt weitergegeben, ohne, dass eine weitere Reflektion hätte stattfinden können. Was nicht heißt, dass alle Pferde so dumm sind wie das Weib da.