Da sind wohl mal wieder die Gene schuld…

… warum sonst sollte man heutzutage denn dick sein?

4köpfige Familie, alle bis auf den Jüngsten unmäßig fett, betritt das Mc Doof. Ich fange an, ihre Bestellung aufzunehmen.
Schließlich kommen wir zum Jüngsten, vielleicht 8 Jahre alt – wahrscheinlich nicht genug Zeit, um soviel Fett anzusammeln wie der Rest der Familie.
“Was hättest du denn gern?”
“Ein Happy Meal.”
Die Mutter fällt dazwischen: “Unsinn, Happy Meal, da ist viel zu wenig zu Essen drin, da wirste nie satt!”
Verschüchtert bestellt das Kind dann 5 Cheeseburger und eine große Pommes. Geht ja nicht an, dass er seine (noch!) normale Figur behält.

Nennt mich einfach selbstironisch

… denn alles andere als gekonnte Selbstironie wäre wirklich eine gemeine Unterstellung.
Die bereits in “Eine gute Nase muss nicht glücklich machen” vorgestellte Familie hat uns heute ein weiteres Mal heimgesucht.
Der unglaublich fette – nicht nur dick, sondern schon richtig formlos, da quillt es überall raus und hängt runter – sehr unsaubere, extrem stinkende Typ mit den schwärzesten Fingernägeln, die ich im Leben jemals gesehen habe, überraschte heute durch einen Zynismus, den ich bei Menschen seines IQs bisher nicht erlebt habe. Stolz trug er ein – natürlich furchtbar fleckiges, überall durchgeschwitztes und ihm, wie wahrscheinlich alle Klamotten, viel zu kleines – T-Shirt, auf dessen Brust ein fetter Schriftzug prangte:
“Nennt mich einfach nur SEXGOTT”
Wie treffend. Ich glaube, einen passenderen Träger hätte dieses Shirt auf der ganzen Welt nicht finden können. Das Einzige, was mir meine innerlichen Lachkrämpfe ernstlich verdarb, waren die bildlichen Vorstellungen, die sich mir unweigerlich aufdrängten.

Eine gute Nase muss nicht glücklich machen

Die zwei Gäste, die sich vor mir an der Kasse aufbauen, sehen fürchterlich aus. Ihre Haare sind fettig und schuppig, ihre Klamotten ungewaschen, schmuddelig, die fetten, unförmigen Körper platzen aus allen Nähten, und dann die Fingernägel! Ein solches Tiefschwarz habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen – komplett über die ganze beachtliche Länge ihrer schartigen Krallen. Aber das alles fiel mir nicht zuerst auf. Zuerst übermannte mich der unglaubliche Gestank, der von beiden ausging. Es roch nach (ich übertreibe hier nicht) monatelanger Duschabstinenz, eine Mischung aus uraltem Schweiß, Hautabrieb, zum Mief gewordenen Körpereigengeruch und einer Menge undefinierbarer, unsagbarer Dinge – scharf, muffig, brechreizerregend.
In meinem Leben habe ich noch keinen so ekelerregenden Geruch vernommen, auch nicht beim Buttersäure-Experiment im Chemieunterricht, nach dem die halbe Schule auf den Pausenhof floh.
Aber der kleine Sohn hatte natürlich blond gefärbte Haare, darauf achtet man dann wieder, das 10jährige Kind muss schließlich hip sein. Ich stellte mir vor, wie die Alte auf einem Elternabend des Kleinen erscheint, worauf sich mir die Frage aufdrängte, wie zur Hölle sich das Kind danach noch in der Schule profilieren soll. Wirklich nicht mehr komisch, so unglaublich asozial kann man doch nicht sein, vor allem nicht, wenn man Verantwortung für Kinder trägt. Ach, ich mit meinen Vorstellungen von der schönen alten Welt. Offensichtlich naiv.
Natürlich hatte die Frau das ganze Portemonnaie voller 50 €-Scheine, gestern wurde nämlich Sozialhilfe ausgezahlt. Einen davon hat sie dann für das Essen für 2 einhalb (sorry, das eine war ein kleines Kind) Personen da gelassen.
Ich habe noch nie so schnell Gäste mit so einer Riesenbestellung fertig bedient. Der Gestank war einfach nicht auszuhalten, solange die da standen, war ich beherrscht von dem Gedanken, diese Leute so weit wie möglich weg von mir zu kriegen. Ein bisschen war ich schon geschockt, was man sich bei uns so alles ansehen muss.

Hier bitteschön. Nicht, dass wer sagt, hier kommt die Sexiness zu kurz!

Wer erzquengel.de liest, könnte leicht den Eindruck bekommen, dass unsere heutige Jugend total verkorkst und durch die Bank einfach unerzogen ist. Dem möchte ich nicht unbedingt widersprechen, auch wenn es selbstverständlich Ausnahmen gibt (wahrscheinlich halten sich kluge, erzogene, gebildete Jugendliche einfach auch nicht den ganzen Tag im Mc auf). Aber aus den schlimmsten dieser Jugendlichen werden irgendwann schlimme Erwachsene, und die sind dann noch schlimmer.
So zum Beispiel 3 Frauen, Alter schwer einschätzbar, da sie unglaublich alt für ihr Alter aussehen, was wahrscheinlich auf übermäßigen Tabak- und Alkoholkonsum zurückzuführen ist. Ihre Körperhaut ist ledrig und unmäßig solariumgebräunt, ihre Augen liegen tief in den Höhlen und sind umgeben von transparenter, pargamentähnlicher Gesichtshaut. Alle drei tragen einfach immer deuuuuutlich zu große Ausschnitte, will heißen, fast bis zum Bauchnabel, die ihre welken, schlaffen Hängetitten fast vollständig enthüllen. Natürlich stinken sie auch. Ansonsten ist ihr Gesamterscheinungsbild eine Mischung aus ungepflegt und hurenmäßig auftetakelt. Sehr hübsch.
Auch sie haben während ihren zahlreichen Mc Donald’s-Besuchen noch nie “hallo”, “bitte”, “danke” o.ä. zu mir gesagt. Gekonnt ignorieren sie auch jede Nettigkeit von mir.
Besonders nervtötend ist ihre Art, Bestellungen aufzugeben. Alle drei hängen sich einem weit entgegen über die Theke, worauf ihre Brüste sich über die Steinplatte ergießen, auf der Essen hin und her gereicht wird – sehr appetitlich. Dann geht es los. Nie sind sie sich vorher einig, was sie essen wollen, immer muss das (egal ob mit Schlange hintendran oder nicht) direkt vor mir ausdiskutiert werden. Laut schreien sie sich alle gegenseitig auf Türkisch in Grund und Boden, sprechen dabei unendlich aufgeregt, schnell, hektisch, spucken durch die Gegend, gestikulieren wie wild – und erwähnte ich schon, dass sie unendlich LAAAUUUT dabei sind? Natürlich kommen sie dabei nie zu einem Ende. Wenn man einmal denkt, jetzt haben sie es geschafft, jetzt bestellen sie, bringt eine einfache Frage wie “Ketchup oder Mayo dazu?” sie wieder komplett aus dem Konzept und führt zum nächsten Speichel- und Wortschwall.
Dabei soll man dann auch noch verstehen, was sie wollen. Zumal sie ihre Bestellung ständig umändern. Bestellen sie also ein Mc Chicken Menü und man wagt es, sie mit einer Frage wie der nach dem Getränk zu verwirren, kann es sein, dass sie dann überhaupt keinen Mc Chicken, geschweige denn irgendein Menü wollen. Was aber nicht an logischen Gründen wie dass ihnen auffällt, dass sie gar kein Getränk wollen, liegt – nein, das Getränk wollen sie, nur dann halt keinen Mc Chicken und kein Menü mehr.
Weiterhin bestellen sie tausend verschiedene Extrasaucen dazu. “Noch 5 Sour Cream!” “Ja, 5 Sour Cream extra…” “Nein, noch 7!” usw. usw.
Ist man sie dann endlich erstmal los oder denkt das zumindest, kommen sie zurück und beschweren sich in einer Tour, dieses oder jenes würde noch fehlen. Nein, das fehlt nicht, das haben Sie gar nicht bestellt… Nein, es WAREN 10 Süß-Sauer-Saucen extra auf dem Tablett, ja 10, nein, sie haben keine 13 bestellt, sehen Sie selbst, hier ist die Quittung….
Natürlich lieben sie Coupons, die ekligen Schnorrer. Aber was es da alles an Fragen zu klären gibt, ist natürlich auch der Wahnsinn.
Zudem wollen sie immer unglaublich viele Tabletts. Wenn sie schon drei haben und man bringt ihnen etwas auf einem vierten, brauchen sie das auch unbedingt noch – obwohl 2 der 3 anderen Tabletts bereits leer und abgeräumt an der Seite liegen.
Wozu sie das brauchen? Natürlich, um extra viel Sauerei anzurichten. Denn sobald sie zu Ende gegegessen und getrunken haben, schmieren sie ihre Tabletts noch mehr ein, als das während dem Essen bereits geschehen ist, zerrupfen den Müll und kleben ihn in die Schmiere von gefühlten 10 000 Saucen und machen sich dann schließlich noch die Mühe, zur Getränkestation zu laufen und ihre 0,5 l-Becher randvoll zu füllen und entweder umgeworfen oder kompliziert abgestellt auf dem Schlachtfeld zu platzieren, das sich auf den Tabletts erstreckt. Die ganze Chose lassen sie dann auf ihren Plätzen stehen und verlassen – natürlich grußlos – das Restaurant.
Na, wer wird schon geil? Ich kann die Damen gerne mal nach ihren Nummern fragen!

Verkaufsgenies bei der Arbeit

Der abgewrackte, faltige alte Typ baut sich mit seinen zwei Söhnen vor mir auf. Sie wollen offensichtlich Eis, denn Sohn 1 nuschelt – nicht in meine Richtung, sondern, als würde er mit seinem Vater reden: “Smarties!”
Sohn 2 schafft sogar 3 Wörter: “n Mc Flurry Kit Kat.”
Der Vater ist nicht so redegewandt wie Sohn 2, von ihm scheint Sohn 1 seine Bestellweise zu haben: “Kit Kat!” ruft er.
Bei der nächsten Eisbestellung an diesem Tag hapert es dann nicht an den Kunden, sondern an der Kollegin.
“Ich hätte gerne 2 Mc Flurrys. Eins mit Magnum Mandel, das zweite…” (Blick zum sehr kleinen Sohn) “Was möchtest du gerne in dein Eis?”
Sohn ist unentschieden. “Hmmm…” macht er mit groooßen Augen.
Ich richte die Worte direkt an ihn. “Wir haben Smarties und Kit Kat…” (Keine Begeisterung von seiner Seite) “…oder ich kann dir eins mit Schokoladensauce machen…” (das Kind kriegt ein dickes Grinsen aufs Gesicht und nickt heftig)
“Also zwei Mc Flurry, einmal mit Magnum Mandel und einmal mit Schokosauce?”, kläre ich mit der Mutter ab.
Die ist einverstanden, ich kassiere ab. “Soll ich dir die Schokosauce verrühren oder oben drüber machen?”, frage ich das Kind.
“Oben drüüber!”
Da kommt die werte Kollegin Tusschen vorbei. “Die wollen kein Mc Flurry mit Schokosauce, die wollen ein Mc Sundae.”
“Nein,” korrigiere ich, “sie wollen ein Mc Flurry.”
“Aber das ist doch das Gleiche, nur der Mc Flurry ist teurer!”, wendet Tusschen ein. Die Frau sollte unbedingt Vertreterin werden.
“Im Mc Flurry ist mehr Eis drin,” versuche ich, in irgendeiner Form vernünftig zu bleiben. Womit ich übrigens ja auch Recht habe.
“Überhaupt nicht wahr, das ist genau das Gleiche, aber der Mc Flurry kostet fast einen Euro mehr,” beharrt Tusschen, natürlich vor der Kundin, die nach dieser Beratung selbstverständlich langsam Zweifel an der Wahl ihres Sohnes kriegt.
“Komm, wir übertippen das jetzt, dann gibst du ein Mc Sundae ein und wir werfen dieses Mc Flurry weg,” ist Tusschen weiter eine große Hilfe. Was sie auch sofort tut. Und der Kundin einen Euro rausgibt, obwohl die Differenz 99 Cent beträgt – klar nur marginal, aber es ist ja auch nur meine Kasse, die nachher nicht stimmt.
Ich bleibe zurück, leicht genervt, und frage mich, ob ich eigentlich die Einzige in dem Laden bin, die an das geldliche Wohl des Restaurants denkt und nicht an das der Kunden. Ich dachte, das wäre eine Standardeinstellung von Leuten, die etwas verkaufen wollen – ob das nun Burger sind oder Laptops oder Versicherungen.

Knigge? War das nicht der Wichser mit dem äh, äääh…?

Manche Gäste überschreiten die Schwelle des Dreistseins gerne mal, um die hohe Stufe des Unverschämtseins zu erklimmen. So auch ein unglaublich asoziales Ehepaar, die man eigentlich mal gesehen haben müsste, da ihrem Erscheinungsbild keine Beschreibung gerecht werden kann.
Er ist mehr so der Rockertyp, ungewaschen und eklig, abgeranzte Klamotten. Sie ist alt, unglaublich geschminkt, trägt gerne einen Trenchcoat zu den typischen Unterschichtklamotten (weites, altes Sweatshirt, speckige Hose) und hat eine ganz merkwürdige Kurzhaar”frisur”. Was die Frisur angeht, könnte sie glatt mit Octopissy einen “wer wurde am meisten zerschnitten”-Wettbewerb starten. Wenn sich beide Damen nicht selbst die Haare schneiden, danach sieht es nämlich am ehesten noch aus.
Coupons sei Dank, bestellt er auf die nette Weise: Wortlos hält er mir die zwei Papierfetzen entgegen.
“Welche Sauce hätten Sie da gerne zu den Nuggets?”, frage ich ihn.
“WAS?”, bellt er mich an, in einem Ton, der vermuten lässt, dass er gerade eine üble Beleidigung statt meiner Frage verstanden hat.
“Welche Sauce Sie gerne zu den Nuggets hätten!”, antworte ich etwas lauter. Irgendwie kriegt die Unterschicht es ja auch nicht hin, sich mal in gemäßigtem Ton zu unterhalten. Fragt sich, wo da das Huhn und wo das Ei war – sind sie alle schwerhörig, weil alle ihre Freunde so brüllen und müssen jetzt selbst brüllen? Oder haben sie von Anfang an gebrüllt, ihre Freunde in die Taubheit getrieben? Sind sie einfach auf dem Säuglingsstadium stehen geblieben, wo die  Akzeptanz und Beachtung eines “WÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄH!!!” mit der Lautstärke steigt, in der es vorgebracht wird?
Er mault mir seinen Saucenwunsch entgegen. Tatsächlich kriege ich auch noch heraus, ob er Ketchup oder Mayo möchte und welches Getränk er dazu favorisiert. Dennoch, eine schwere Geburt.
Ich stelle alle “bestellten” – bzw. mir auf einem Papierfetzen ins Gesicht gehaltenen – Speisen auf ein Tablett.
“Da ist ein Becher zu wenig drauf!”, schreit er mich an.
“Nein, das stimmt schon so, so haben Sie es bestellt. Hätten Sie denn gerne noch einen Becher?”
“Hab ich gar nicht so bestellt! Ich will zwei Menüs!”
“Sehen Sie,” erkläre ich ruhig, wobei ich ihm die zwei Coupons vor die Nase halte, die er mir zuvor vor die meinige gehalten hat, “ein Menü-Coupon und ein Buy-One-Get-One-Free-Coupon.”
“WASN SCHEIß!” wütet er weiter.
“Hätten Sie denn gerne noch ein Getränk?”
“NEIIIIN!”
“Ok, dann werde ich Ihnen den fehlenden Big Mac an den Platz bringen. Ich wünsche bis dahin einen guten Appetit.”
Er zieht von dannen, seine hässliche Alte im Schlepptau.
Ich sehe, dass die zwei Chickenburger da sind, die ich noch einem anderen Gast rausbringen muss, schnappe sie mir, lade sie auf ein Tablett und mache mich auf die Suche nach diesem anderen Gast.
Tatsächlich erblicke ich ihn auch sofort, einen Platz hinter dem, auf dem das eklige Ehepaar sich installiert hat. Ich laufe zu ihm hin. Als ich am Platz des Ehepaars vorbeikomme, höre ich, wie sie anfangen, sich zu unterhalten.
“Kannst du sehen, was da auf dem Tablett drauf ist?”, fragt die Alte den Assi. Ich kümmere mich nicht weiter darum, ich weiß ja, was zu wem muss, und laufe weiter.
Plötzlich eine keifende Stimme, schon wieder von dem furchtbaren Typen.
“STEHEN BLEIBEN! WAS IST DA AUF DEM TABLETT????”
“Nichts für Sie zumindest, deshalb braucht Sie das gar nicht zu interessieren,” antworte ich so liebenswürdig wie möglich und gehe weiter.
Als ich dann schließlich den beiden ihren Big Mac an den Platz bringe und noch einen guten Appetit wünsche, antwortet der Mann mit einem Grunzlaut, wie ich ihn von einem Menschen noch nicht so vernommen habe.
Wirklich zauberhaft, die Beiden!

Die richtige Fastfood-Bestellung

Das Tollste an Coupons ist, dass sie ohnehin schon sprechfaulen Menschen das Leben jetzt noch mehr erleichtern.
Wer früher daher kam und auf ein geträllertes “Guten Taaag!” des Mc-Donald’s-Mitarbeiters mit einem minimalistischen “ZwoCheeese” antwortete, der wird Coupons lieben. Denn jetzt geht das Ganze noch einfacher, noch knigge-ferner, noch kürzer und noch karger.
Denn nun kann man auf das geträllerte “Guuuten Tag!” nonverbal antworten. Keine lästige Zungenakrobatik mehr, das braucht sowieso kein Mensch. Schieben Sie einfach wortlos den richtigen Coupon rüber und ignorieren Sie den Mc Donald’s-Mitarbeiter dabei vollständig. Coupons machen’s möglich. Mussten Sie früher lästigerweise noch mit diesem minderwertigen “Menschen” reden, um ihm klar zu machen, was Sie gerne essen würden, so entfällt das heutzutage zum Glück vollständig. Kein einziges Wort müssen Sie mehr an ihn richten!
Ist der Mc-Mitarbeiter dann unverschämt genug, Sie zur Konversation zwingen zu wollen, indem er provozierende und nervenaufreibende Fragen wie “Zu den Pommes Ketchup oder Mayo?” oder “Was für ein Getränk hätten Sie gerne dazu?” stellt, wird Ihnen niemand verübeln, wenn Sie ihrem Missmut über soviel Dreistigkeit freien Lauf lassen. Antworten Sie deshalb immer Dinge wie: “MAYOOOO NATÜÜÜRLICH!” oder “Warum fragt ihr mich eigentlich immer nach dem Getränk, wenn’s eh wurscht ist und ich mir an der Getränkestation holen kann, was ich will?” Dabei verdrehen Sie wie wild die Augen und verdeutlichen so dem Mitarbeiter vor Ihnen, wie genervt Sie von seinen Fragen sind und wie sinnlos offensiv Sie diese finden.
Wenn Sie es richtig machen, wird Sie das nächste Mal keiner dieser Untermenschen mehr ansprechen und Sie können in Ruhe Ihre nonverbale Bestellung aufgeben, ohne mit irgend jemandem unnütz in Berührung zu kommen. Na dann: Guten Appetit!

Woyzeckin – die Rache der kleinen Frauen

Die Türkenkinder (/Jugendlichen), deren Eltern lieber hätten abtreiben sollen (Erzquengel berichtete), hassen mich jetzt. Zu schade.
Wie immer ohne Begrüßung oder Ähnliches bestellten sie heute bei mir, natürlich tausende Coupons, die ekelhaften kleinen Schnorrer. Und selbstverständlich bestellten sie die Hälfte falsch, dann mehrfach – ohne Entschuldigung, wo kämen wir da hin – wieder um, dann dieses statt jenem, etc. etc. Irgendwie hatte ich aber heute keine Lust auf ihre hässlichen Fressen und war der bis dato den Blagen gegenüber an den Tag gelegten Nettigkeit überdrüssig. Sowieso gehören die zu den freundlichkeitresistentesten Gästen, die Masche, immer lieber zu werden, je frecher man den Gast findet, hat eben einfach nicht funktioniert. Also mal eine andere Masche ausprobieren.
Der erste Fratz gibt seine Bestellung auf und haut einfach zu seinem Platz ab, nachdem man ihn abkassiert hat, wohl in der festen Erwartung, ich würde ihm alles nachtragen – was unnötig gewesen wäre, da es schon da war. Blöd für ihn, dann wird halt seine ganze Bestellung kalt, während sie auf der Theke rumsteht und darauf wartet, dass er sich ihrer erinnert und sie dort entfernt.
Der zweite Fratz gibt seine Bestellung ab. Wortlos reicht auch er seine Coupons rüber. Als ich gerade alle in die Kasse eingegeben habe, fällt ihm zufällig ein, dass er doch den einen und nicht den anderen will, tausend Komplikationen und so weiter und so fort. Noch bin ich unerschütterlich freundlich. Dann dreht er sich mitten in der Bestellung um und geht zum Platz, um sich mit seinen Kumpels zu unterhalten.
“MIT KETCHUUUP ODER MAYOOO?” rufe ich ihm durchs halbe Restaurant hinterher. Da ist er dann tatsächlich nett genug, mal wieder zu kommen und erstmal fertig zu bestellen, aber natürlich auf Art seiner Spezies – idiotisch.
“Welches Getränk dazu?”
“Boah, ist doch eh scheißegal!”
“Wenn es “scheißegal” wäre, würde ich nicht fragen. Also: Welches Getränk?”
“Äääah COLAAAA!”
Dann haben wir das endlich geklärt, er zieht mit seinem Essen ab.
Kurz darauf kommt er wieder: “Zwei Strohhalme noch!”
“Zwei Strohhalme noch BITTE?”
“Äääh!” (Was wagt diese Ungläubige, ihn, einen Mann mit Ehre, so zu behandeln, als stünde er auf einer Stufe mit ihr. Auf die Knie soll sie, und putzen, dafür wurde sie schließlich geschaffen!)
Schließlich sitzt die ganze Gruppe am Platz und frisst. Zumindest bei diesen konkreten paar Typen ist geklärt, warum sie kein Schweinefleisch essen – ich verspeise auch nicht meinesgleichen.
Aus irgendeinem Grunde ziehen sie dann um, an einen anderen Platz, während sie ihren ersten wie ein Schlachtfeld zurücklassen. Ich gehe nach hinten zu Octopissy, die für so eine Situation hervorragend geeignet ist, und schildere ihr die Lage.
Pissy, in diesem Moment in meinen Augen die sympathischste Person der Erde, läuft nach vorne, schaut sich den verlassenen Müllhaufen an, geht zu der Jungsgruppe, zieht sich einen Stuhl heran, setzt sich, und redet ein unmissverständliches Wörtchen mit ihnen, woraufhin die Typen tatsächlich ihren Müll vom ersten Platz wegräumen. Die Armen, noch eine Angehörige des niederen Geschlechts, die es wagt, so mit ihnen zu reden.
Jetzt sind die Schrazen aber langsam echt angepisst von uns. An meine Ohren dringen jede Menge Lästereien. Ich höre weg. Dann fangen sie an, ihre Tabletts für uns zu präparieren. Ich sehe, wie sie Mayo in Getränkebecher machen und ähnlich schöne Dinge, wobei sie sich vollkommen unbeobachtet fühlen. Wahrscheinlich halten sie sich in diesem Moment für die Einsteins von morgen – wenn uns auffällt, dass die Sitzplätze verdreckt sind, gibt es Stress, aber DAS hier ist ja unauffällig!
Ich gehe wieder nach hinten. “Duuuu Octopissy, die Mistkinder von vorhin machen absichtlich Schweinerei auf ihren Tabletts!”
Octopissy fährt herum, rast wie ein geölter Blitz nach vorne und brüllt quer durch den Raum: “Tabletts in den Wagen und RAUUUUUS!” Dann stürm sie auf die Jungs zu und scheißt sie noch ein bisschen zusammen. Es gibt doch tatsächlich Situationen, in denen ihr aufbrausendes, ekliges Temperament mal Vorteile hat. Ich könnte ihr gerade hier und jetzt die Zunge in den Hals stecken.

Früh übt sich, wer ein echter Fettsack werden will

Die Frau ist höchstens Mitte 20, Kind auf dem Arm, sieht irgendwie blass und unglaublich lost aus. Ihre Freundin ist im gleichen Alter, Tasche umgehängt, in der ein unglaublich kleiner, unglaublich hässlicher “Man nennt es wohl Hund” sitzt, sieht irgendwie geschminkt und unglaublich schlampig aus (die Frau).
Beide haben sie Sonderwünsche ohne Ende.
Dies ohne das, das mit dem statt dem, und überhaupt. Die Mutter bestellt allen Ernstes Country Potatoes für ihr Baby, das kann ja noch nicht so viel essen. Genau.
Und ob wir vielleicht einen sooo kleinen Becher (sie zeigt mit den Fingern die Größe einer Espressotasse) für ihr Kind hätten, das trinkt ja noch nicht so viel. Ääh, ist es nicht egal, aus was für einem Gefäß ich “nicht so viel” trinke? Kann sie das Blag also nicht aus ihrem Becher trinken lassen? Nein, wo kämen wir da hin, das Baby braucht sein eigenes Trinkgefäß!
Wir haben aber keine espressotassegroßen Becher. “Aber das kann doch gar nicht sein!” empört sich die Tuss. Warum genau glauben vor allem frisch gebackene Eltern eigentlich immer, dass sich die ganze Welt um ihre Schrazen dreht?
Haben wir aber nicht. Blöd. Nein, wir haben nie dran gedacht, dass ein Baby vielleicht mal seinen eigenen Becher haben will und der 0,25 l-Becher viel zu groß ist. Wie dreist von uns. Ich schäme mich schon.
Da fällt ihr Blick auf die kleinen Becher, aus denen nur Mitarbeiter trinken. “ABER DA HABEN SIE JA KLEINE BECHER!” erzürnt sich die Frau mit dem heißen Zorn einer Wildschweinmutter, deren Kindern man sich genähert hat. So eine Frechheit von uns, die Mitarbeiterbecher zu VERSTECKEN!
“Die dürfen wir nicht rausgeben,” springt mir die Schichtführerin bei. Neulich hätte es da eine Rüge vom Oberboss gegeben, Sicherheitsvorschriften, weil die nicht gummiert sind wie die Gästebecher oder so… Keine Ahnung, sie hat es sehr energisch und sehr logisch dargestellt.
“SIE WERDEN JA WOHL NOCH EINEN KLEINEN BECHER FÜR DAS KIND RAUSGEBEN KÖNNEN!!!”, mischt sich jetzt die Hunde/Rattenfrau ein, ihr Tonfall ist ein offener Angriff, eine Mischung aus Empörung, den Gegenüber für dämlich halten, Streit suchen, Schlägerei anfangen wollen.
Irgendwie hat das Kind dann doch einen 0,25 Becher gekriegt, die Mutter musste aber merkwürdigerweise nichts dafür bezahlen, vielleicht Trottelrabatt, ich habe es nicht verstanden.
Dann kommt die Hunde/Rattenfrau, immernoch aufgebracht. Auch sie hat Sonderwünsche.
“Ach und ich möchte auch noch so einen kleinen Becher haben für mein Schätzchen, der hat ja sooo Durst,” geht sie mir nach vollendeter Bestellung weiter auf den Sack. Klaaar, wird das jetzt zur Dauereinrichtung, dass wir Becher, die wir für 1,10 € verkaufen (wir haben eine Getränke-Zapfanlage in der Lobby, wo sich jeder Gast selbst bedient, deshalb verkaufen wir Becher, keine Getränke, an der Kasse) umsonst rausgeben! Sie musste sich dann mit dem Deckel einer Salatschale zufrieden geben – um an die kleinste Salatschale dran zu kommen, war ihr Drecksvieh zu klein.
Alter, wir sind hier bei Mc, der Billig-Deppen-Fresse, nicht im “Wir lesen Ihnen jeden Wunsch von den Augen ab und lassen uns dafür bezahlen”-Sterne-Restaurant. Peinlich, wenn Leute sich aufführen, als wären sie etwas Besseres und dabei knausrig sind bis zum Geht-nicht-mehr.

Juniorclub, oder was?

“Macht’s gut,” rufe ich nach Schichtende meinen Kollegen zu.
“Wir schon,” ätzt Octopissy mich an – wie immer, ohne dass ich ihr konkreten Anlass dazu gegeben hätte. Meine Anwesenheit oder die Tatsache, dass ich ihr die Luft wegatme, zähle ich jetzt mal nicht als konkret, beides scheint Pissy aber zu Tode zu nerven.
So hat sie sich mittlerweile mit Uglyteeth verbündet, dem selbsternannten Mc Brain. Uglyteeth hält alle anderen für dämlich und unfähig und hat auch kein Problem, das die ganze Zeit raushängen zu lassen. Sobald irgend eine Kleinigkeit ihr nicht passt oder ein Kollege es versäumt, ihr Honig ums Maul zu schmieren, keift sie los. Gerne stellt sie auch unglaublich dumme, rein provokante, streitsuchende rhetorische Fragen à la: “Wo arbeitest du noch gleich?” oder “Steht es sich da bequem faul rum?” Auf diese Fragen hin muss man selbstverständlich die Augen niederschlagen und Besserung geloben. Denn ihr widerspricht man nicht. Da alle anderen im Vergleich mit ihr eher zur Spezies der Mc Doof zählen, ist es ihr gutes Recht, ständig jeden zu kritisieren und bei Bedarf herunter zu machen. Auch, wenn man immer alles so macht, wie sie es befiehlt, ist man allerdings noch lange nicht sicher vor ihren Lästereien. Sobald ein Mitarbeiter frei hat oder auch nur gerade die Tabletts putzt, wird über ihn hergezogen. Egal wer, alle sind dumm, unfähig, faul und vor allem DUMM! Und dumm! Uglyteeth alias Mc Brain selbst ist da viel geistreicher – sie besitzt so viel Esprit und Ideenreichtum, dass sie es schafft, stunden- und tagelang von nichts anderem als ihren hässlich knubbeligen Gelnägeln zu sprechen; an denen gibt es so viel zu entdecken, immer fällt einem was Neues dazu ein, wie viel Überraschung in einem Nagel steckt, man glaubt es kaum, und nach einer Woche ist das Thema immernoch interessant! (Zumindest für Uglyteeth, Tusschen und Octopissy.)
Octopissy hat sich also nun eben jene Uglyteeth mit ins Boot geholt, um ihren Feldzug gegen all jene zu führen, die tatsächlich drohen, bald besser als sie zu arbeiten. Das Traurige und irgendwie Sinnlose daran ist, dass keiner von uns eine Gefahr für ihre Stelle als Schichtführerin ist: Wir wollen im Leben nun wirklich etwas weiter kommen. Das scheint Octopissy aber nicht zu wissen. Mit Eifer verfolgt sie alles, was intelligent und fleißig ist und mit dem Chef gut klarkommt.
Aber die beiden zusammen können schon eine Plage sein. Nicht, weil man ihre sinnlosen Beleidigungen und Verleumdungen persönlich nehmen würde (auch, wenn man ihnen anmerkt, dass sie alles daran setzen, dich zu verletzen), sondern, weil es irgendwann nervt. Manche müssen dann schonmal mehrmals hintereinander die Putz- und Drecksarbeit machen, während andere nie dran kommen. Wenn man an der Kasse arbeitet und Kunden aufnimmt, wird einem von Pissy und Ugly mit System dazwischengeredet, man wird vor dem Gast beschimpft, lächerlich gemacht, als inkompetent hingestellt – natürlich, ohne auch nur einen Fehler gemacht zu haben, nein, einfach so. Lügen werden über einen in die Welt gesetzt. Man wird je nach Bedarf ignoriert oder beleidigt – je nachdem, was einen gerade am meisten beim Arbeiten behindert, denn dann kann man ja wieder dafür zurechtgewiesen werden, dass man scheiße arbeitet. Obwohl seit ich dort arbeite nie meinetwegen ein Pommesmangel ausgebrochen ist und ich immer einen Überblick darüber habe, wie viele da sind und wie viele neu gemacht werden müssen, wird mir jeden Tag erzählt, ich würde nie Pommes machen – nur mal so als Beispiel, wie unglaublich dumm das alles ist. Die versuchen tatsächlich, dich für Dinge zu kritisieren, von denen du und sie selbst ganz genau wissen, dass du sie nicht getan hast. Es ist unfassbar dämlich. Und irgendwie traurig, mit was für Methoden da versucht wird, Menschen zu brechen, von denen man befürchtet, sie könnten einen mal einholen. Und eigentlich stehst du nur gelangweilt und mitleidig daneben und denkst: “Oh Mann. Darf ich jetzt bitte mal weiterarbeiten?”
Unendlich enttäuscht sind sie dann, wenn man sich weder dazu provozieren lässt, eine streitsüchtige oder diskussionsgeeignete Antwort zu geben, noch auch nur aufhört, zu lächeln.
Der Vorteil dieser ganzen Zickenkriege ist, dass ich mich wieder jung fühle – wie im Kindergarten.